So lange die Sterne noch steh’n…

Viele Dinge auf der Welt kann man kaufen für Geld.
Doch auch du, du wirst seh’n,
diese Dinge vergeh’n.
Wär’ da nicht dieses starke Gefühl,
das ich hab bei jedem Spiel.
Einfach da, einfach groß
und es lässt mich nicht mehr los.

So lange die Sterne noch steh’n,
so lang wird ein Traum nicht vergeh’n,
so lang das Feuer in uns brennt
und blau-weiß jeder kennt.
Ja, so lange, für immer KSC.

Jeder Sieg ein Triumph,
denn gemeinsam mit uns
kannst du all die Wege geh’n
um ganz oben zu steh’n.
Mit dir feiern ist immer schön,
doch ein Freund wird auch nicht gehen,
wenn die Sonne nicht mehr scheint .
weil er dann mit dir weint.

So lange die Sterne noch steh’n,
so lang wird ein Traum nicht vergeh’n,
so lang das Feuer in uns brennt
und blau-weiß jeder kennt.
Ja, so lange, für immer KSC.

Jeder für jeden, alle für dich
und am Ende strahlt dein blau weißes Licht.

So lange die Sterne noch steh’n,
so lang wird ein Traum nicht vergeh’n,
so lang das Feuer in uns brennt
und blau-weiß jeder kennt.
Ja, so lange, für immer KSC.

Für immer!

Scientology – Ein Selbstversuch

Was ist Scientology?

Viel hört man über Scientology. Spätestens seit 1997, als die Bundesregierung beschloss die „Kirche“ der Scientologen durch den Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Scientology versteht sich selbst als Organisation, deren Ideologie auf den Werken des US-amerikanischen Schriftstellers L. Ron Hubbard beruht. Der Mensch besteht laut dieser Lehre aus Thetan, Body und Mind. Ziel eines jeden Scientologen ist es ein Clear zu erreichen und zum Operating Thetan zu werden, sich fortan nicht mehr mit den Problemen und Nöten der normalen Welt beschäftigen zu müssen, sondern sich auf einer unabhängigen transzendenten Ebene zu bewegen.
Was das Ganze soll, weiß ich auch nicht genau, aber die Tatsache, dass die Scientology sich als zentrales gesellschaftliches Ziel die Abschaffung der Psychiatrie auf die Fahnen geschrieben hat, lässt doch recht tief blicken…

Mein Vorhaben

Aus Abenteuerlust, für die ich ja bekannt bin, nahm ich mir vor einen Selbstversuch zu starten. Klingt ja ganz lustig, diese Scientology. Um also mitreden zu können, beschloss ich Mitglied zu werden und währenddessen mich selbst genau zu beobachten. Vor allem aber natürlich mehr herauszufinden über die Methoden der Scientologen. Auch da hört man ja so einiges von Gehirnwäsche bis zu totaler psychischer Abhängigkeit. Nach kurzer Recherche erfuhr ich die Hauptrekrutierungsmethode der Scientologen. Man stellt sich also tatsächlich in Fußgängerzonen und spricht Leute an. Wahrscheinlich direkt zwischen dem „Jesus lebt!“- und dem „Stoppt Tierversuche!“-Stand. Es war nahezu unmöglich herauszufinden, wann und wo ein solcher Stand anzufinden sein würde und so begann mein Selbstversuch eher unfreiwillig als ich schon gar nicht mehr damit rechnete und doch eigentlich nur gemütlich durch die Innenstadt Hannovers schlendern wollte. Im Gegensatz zu den doch recht passiven und zurückhaltenden Wachtturm-Damen, fährt man bei Scientology eine etwas aggressivere Taktik. Ich wurde regelrecht verfolgt mit dem Hinweis doch dringend einen Stresstest zu benötigen.

Das Experiment

Mein erster Schritt in die Scientology begann also auf der Hannoveraner Georgstraße zwischen Karstadt und Kaufhof in einem Pavillon, dessen Inhalt selbst mit dem Wort Kitsch nur unzureichend beschrieben werden konnte. Ich wurde an eine Apparatur angeschlossen, die aussah wie der Drehzahlmesser in meinem Nissan, ein so genanntes E-Meter. Während ein blond gelockter Jüngling mir Elektroden an Fingern und Oberarmen anbrachte, bekam ich von seinem Kollegen, einem nicht minder blonden Opi-Typ schon den Mund wässrig gemacht. Wenn ich diesen OCA-Test bestehe, dann stehen mir die Tore offen auf dem Weg zur Brücke der Erleuchtung. Scheint wohl das Nirvana der Scientologen zu sein. Als endlich der Drehzahlmesser korrekt mit meiner Hauptschlagader verbunden war, konnte der Test losgehen. Ich konnte mich nicht des Eindruckes erwehren, dass man bei mir auf der Suche nach einem wunden Punkt war. Tja, für wie blöd halten die mich? Ich hatte mich natürlich vorab schlau gemacht und wusste, dass man mit geschickter Fragestellung versuchen würde ein traumatisches Erlebnis in meinem bisherigen Lebenslauf zu finden. Also schaffte ich es geschickt den Fragen auszuweichen oder log mein Gegenüber einfach an bei der obligatorischen Frage nach toten Verwandten. Ich wollte es ihnen ja nicht zu einfach machen.
Ich war gespannt, welchen Grund man mir nun also auftischen wollte, mich als schlechten Menschen darzustellen, der dringend Hilfe (von Scientology natürlich) braucht. Ich war zugegebenermaßen überrascht als Fred, so der Name des lustigen Opas, mir meinen großen Fehler mitteilte. So viel Humor hätte ich der Scientology gar nicht zugetraut. Ja, ich bin kurzsichtig. Ja, die Scientology kann daran etwas ändern. Ich muss nur über die Brücke der Erleuchtung schreiten. Und das ist doch ein Kinderspiel. Lediglich geschätzte 200 Seminare wären von Nöten auf dem Weg durch das Pre-Clear, bis ich in der Hierarchie aufgestiegen wäre und den Status des Operating Thetan erlangt haben würde und endlich ein Mensch ohne Fehl und Tadel wäre. Die sehr verlockende Aussicht auf ein Leben ohne Brille, führte mich also in die Walsroder Volkshochschule, wo man tatsächlich ein paar Räume gemietet hat um dort Seminare und Auditings durchzuführen. Nachdem ich allerdings vor einigen Jahren bereits den Kurs „Hallenhalma für Übergewichtige“ an ebenjener Schule nicht erfolgreich abschließen konnte und auch diesmal meinen inneren Schweinehund das Gebäude zu betreten nicht überwinden konnte, beschloss ich an Ort und Stelle – früher als gedacht – das Experiment abzubrechen und machte auf dem Absatz kehrt.

Und was lernen wir daraus?

Scientologen sind ja schon irgendwie lustig. Bernhard Grzimek würde wahrscheinlich von „possierlichen Kerlchen“ reden, aber wer nicht mit der nötigen Lockerheit und Ironie an das Thema herangeht, der könnte vermutlich ernsthaft infiltriert werden. Wahrscheinlich konnte selbst ich als alles andere als labiler Mensch dem nur entgehen, weil ich während meines Experiments nichts und niemanden ernst genommen habe, mir meine Gegenüber grundsätzlich nackt und beim Stuhlgang vorgestellt habe und mich vorher auch ausreichend informiert hatte. Wer also spontan und unbedarft auf der Straße zu einem Stresstest in einen rosa-blauen Pavillon eingeladen wird, sollte tunlichst ablehnen. Denn wer kurzsichtig ist, der ist eindeutig bei Fielmann besser aufgehoben. Und auch sonst fällt mir kein Problem ein, welches sich mit einem Gang über die Brücke der Erleuchtung lösen ließe.

Unterwegs!

Werte Leser,

dank der tollen neuen innovativen WordPress App für Android bin ich seit heute in der Lage von unterwegs und überall diesen meinen Blog zu bestücken. Wunder der Technik…

Und weil es sonst momentan nichts spannendes zu berichten gibt, teile ich folgendes mit:

Ich gehe jetzt zum Friseur!

Tipp für mal so…

Liebe Besitzer, Pächter oder Vermarkter von Veranstaltungsräumen,

im Sinne der Ressourcenschonung finde ich Toilettenräume mit Lichtschaltung über Bewegungsmelder echt super. Aber: Wenn ihr sie in euren stillen Örtchen verwendet, so haltet euch doch bitte an eine ganz einfach Regel:

Bringt bitte zusätzliche Bewegungsmelder in den Klo-Kabinen an.

Ich bedanke mich bei meinem Onkel, der um 4:30 Uhr wohl nochmal pinkeln musste, dass ich nicht die Nacht im Dunkeln verbringen musste.

In diesem Sinne: Frohe Ostern!

Danke, Keng!

Lieber  Leser,

lange habe ich nachgedacht wie ich diesen Artikel betiteln soll. Dabei war die Lösung doch so einfach. Keng ist schuld, also danke ich ihm. Ok, damit mache ich es mir etwas einfach, aber definitiv haben Keng und im speziellen der verlinkte Artikel mich immer wieder motiviert und tun dies heute noch. Aber wovon rede ich überhaupt?

Fangen wir mal ganz weit vorne an. Wie die meisten wissen dürften, gehöre ich seit meinem geschätzten 15. Lebensjahr nicht zu den schlankesten unter den Erdenbewohnern. Einen Grund, daran etwas zu ändern, habe ich eigentlich nie gesehen. Ja, ich gehörte tatsächlich zu den Leuten, die sich eingeredet haben, dass sie sich wohlfühlen in ihrer Haut.

Doch dann kam der April 2011. Ja, es gibt noch einen zweiten Faktor, den ich in dieser Geschichte nicht unerwähnt lassen darf. Keng war definitiv Anreiz, Vorbild und Motivator, aber es gab auch den oft zitierten Auslöser: In ebenjenem April 2011 war ich im italienischen Gardaland, einem Freizeitpark, welcher zur Merlin Entertainments Group gehört, meinem Brötchengeber. Die neu erbaute und kurz vor meinem Besuch eröffnete Achterbahn Raptor wollte getestet werden. Die Weltpremiere des B&M Wingcoasters sah schon von weitem beeindruckend aus. Ich freute mich riesig auf eine Fahrt und darauf zu den ersten zu gehören, die jemals in diese Bahn einsteigen.

Tja, ich hatte erst in der Station gemerkt, dass B&M hier nicht seine Standard-Sitze, die mir von beispielsweise der Krake bestens vertraut waren und in die ich erfahrungsgemäß (gerade noch so) reinpasste, verbaut hatte. Die Sitze waren ebenfalls eine Weltneuheit. Man mag es sich nun vielleicht denken, aber ich sage es hier gerne nochmal: Ich konnte nicht mitfahren. Ich habe mit meinem fetten Arsch nicht in den Sitz gepasst, der Bügel ging nicht zu. Nicht einmal ansatzweise. Mit einem feundlichen “No!” bat man mich wieder auszusteigen. Da stand ich nun im sonnigen Italien mit meinem Übergewicht und dachte nach… Ich beschloss etwas zu ändern! Abnehmen!

Ich gebe zu, dass es danach noch ungefähr anderthalb Monate dauerte, bis ich den ersten Schritt tat und mich im Internet über Fitness-Studios in meiner Umgebung informierte. Da keines der von mir auserwählten Etablissments auf seiner Website Preise angab, schrieb ich schüchterne E-Mails mit der Bitte um Zusendung einer Preisliste… Und ich war zunächst auch gar nicht so böse, dass ich keine Antwort  bekam (und auch bis heute noch nicht erhalten habe). Frei nach dem Motto “Ich hab’s ja versucht!”.

Ich musste meinen inneren Schweinehund überwinden, soviel stand fest. Immer wieder dachte ich an den Moment in Italien als ich aus der Achterbahn wieder aussteigen musste. Demütigend, erniedrigend, traurig…  Aber irgendwie hat das noch nicht ganz gereicht, ich brauchte mehr Druck. Und wenigstens den konnte ich mir selber machen. Ich erzählte also Gott und der Welt, dass ich gedenke abzunehmen und dies mit Hilfe der Anmeldung in einem Fitness-Studio. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man sich damit selber unter Zugzwang setzt und so. Und das was aus meinen anderthalb Semestern Psychologie Studium hängengeblieben ist bestärkte mich darin. Und siehe da: Es funktionierte. Eine dieser als “Gott und die Welt” zusammengefasster Personen war meine liebe Kollegin Alex, von der ich wusste, dass sie regelmäßig ein Fitness-Studio besucht. Ich bat sie dort mal ein Probetraining für mich klarzumachen. Und dann ging alles erstaunlich schnell. Bereits eine Woche später stand ich in den sportlichsten Klamotten, die ich besaß (ein Fußballtrikot des niederländischen Erstligisten NAC Breda und eine kurze Stoffhose, dazu ausgelatschte VANS Skaterschuhe) vor meiner Trainerin Ilona.

Ich habe mich so unfassbar unwohl gefühlt. Ich, der Fette in einem Fitness-Studio zwischen den ganzen Bodybuildern. Aber: Ich brauchte nur wenige Minuten bis ich mich von dem Gedanken verabschieden konnte, dass jeder, der mich hier sieht, mich innerlich auslacht. Ilona war nett, die anderen Trainierenden waren nett und die ganze Atmosphäre hat mir erstaunlich gut gefallen.

Seit diesen ersten Tagen ist viel passiert. In den ersten zwei Monaten versicherte mir meine Waage, dass ich die ersten Pfunde bereits abgenommen habe. Ein Blick in den Spiegel sagte mir da allerdings anderes. Sprich: Ich habe keine Veränderung feststellen können. Dazu kam, dass ich an meinen Essgewohnheiten (Gerne mal ein halbes Schwein auf Toast als Betthupferl! Nur Süßkram zum Trinken) rein gar nichts geändert hatte. Ich dachte mir, dass ich ja jetzt Sport mache und dann ja ruhig weiter fressen kann wie ein Loch. Denn Sport + Fressen wie ein Loch ist immernoch besser als kein Sport + Fressen wie ein Loch… Dachte ich. Im Prinzip war es das natürlich auch, aber auch hier wollte ich natürlich was ändern.

Eine weitere Kollegin, die nun erwähnt werden muss, ist Katja. Die hatte nämlich deutlich sichtbar abgenommen und laut eigener von mir neugierig erfragter Info dies gänzlich ohne Sport geschafft. Nun, da ich auf den Sport, der mir mittlerweile echt Spaß machte, natürlich nicht wieder verzichten wollte, beschloss ich es Katja gleichzutun und ihre Ernährungsmethode (Nein, es ist  keine Diät!) nachzuahmen. Es ist eigentlich schnell erklärt: Keine Kohlenhydrate nach 13 Uhr. Das klang zunächst einmal hart, aber um ehrlich zu sein konnte ich mir anfangs da gar nicht so furchtbar viel drunter vorstellen. Also musste ich lernen, was Kohlenhydrate sind und wo die überall drin vorkommen. Und natürlich auch worin nicht. Ich möchte nun nicht behaupten, dass ich ein Ernährungsexperte geworden bin, aber allein die Tatsache, dass ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt habe, ließ mich ein unterschwelliges Bewusstsein für Ernährung entwickeln. Und was soll ich sagen? Es funktionierte. Und tut es immer noch.

Ich kann an dieser Stelle nur  betonen: Ich esse nicht weniger als vorher. Einfach anders. Beim oben erwähnten halben Schwein auf Toast lasse ich das Toast einfach weg.

Lange Rede, kurzer Sinn:

Jetzt, zirka acht Monate später habe ich 22 Kilo abgenommen, Muskeln dazugewonnen, besitze so etwas wie Kondition, habe Spaß am Sport und fühle mich in meiner Haut einfach so wundervoll wohl. Natürlich bin ich immernoch nicht schlank. Und das werde ich vielleicht auch nie sein. Aber ich arbeite weiter auf mein Ziel hin, insgesamt 35 Kilo abzunehmen. Es läuft gut, ich fühle mich pudelwohl und verzichte nicht wirklich auf etwas. (Ok, auf Kohlenhydrate, aber vermissen tu ich die wirklich nicht, zumal ich ja vor 13 Uhr auch hier zulangen darf.)

Mittlerweile beginne ich selber den Fortschritt zu sehen, wenn ich in den Spiegel schaue. Ein geiles Gefühl. Hosen, in die ich seit Jahren schon nicht mehr reingepasst habe, passen wieder wie angegossen. Ja, ich habe sie alle aufgehoben. Immer in der Hoffnung irgendwann wieder reinzupassen. Mein bisheriges Highlight war definitiv eine Shopping-Tour zu Primark in Hannover. Primark, der Laden für Dünne. ICH PASSE IN PRIMARK HOSEN! Das hätte ich niemals für möglich gehalten.

So, jetzt ist es Zeit für Danksagungen:

Als allererstes kann ich meinen eigenen Titel nur zitieren: Danke, Keng! Danke für die Motivation!

Danke, Mama! Ja, du hast mich voll genervt mit deinen ewigen Nachfragen, ob ich mich schon im Fitness-Studio angemeldet habe, aber es war nötig.

Danke, Katja! Danke, dass du mir gezeigt hast, wie geil man sich ohne Kohlenhydrate die Wampe vollschlagen kann.

Danke, Ronny! Du hast es ertragen mit mir am Samstag sämtliche Achterbahnfahrten mit einem “Boah, wie ich hier wieder reinpasse!” zu starten.

Danke, Claudia! Wie sehr ich dein mich nachäffendes “Nein, das darf ich nicht, weil da Kohlenhydrate drin sind!” mag!

Der Weg ist noch nicht zu Ende, ganz und gar nicht, aber ein verdammt guter Anfang ist geschafft und ich empfand diesen jetzigen Zeitpunkt als ideal ihn der Welt mitzuteilen.

Et voilá. Dies ist  hiermit geschehen!

Zum Schluss grüße ich noch meine Mama, meinen Papa und ganz besonders meine Eltern!

Schlaflos

Und ich bin wieder mal:

Schlaflos, hell wach bis in den Morgen.
Schlaflos, ohne dich.
Schlaflos, lieg ich hier und mach mir Sorgen.
Kann nicht leben ohne dich.

Atemlos, 2000

Wie bricht man sich möglichst effektiv die Nase?

Dies ist eine Anleitung, wie man sich möglichst effektiv und ohne Komplikationen die Nase bricht:

  1. Nachts wach werden.
  2. Aufstehen.
  3. Richtung Badezimmer schleichen.
  4. Den (außen befindlichen) Lichtschalter des Badezimmers betätigen.
  5. Den Schalter noch mehrere Male betätigen, da kein Licht zu sehen ist.
  6. Beschließen, am nächsten Tag im Baumarkt neue Glühbirnen zu kaufen.
  7. Das Bad im Dunkeln betreten.
  8. Feststellen, dass die Badezimmertür geschlossen ist.
  9. Baumarkt-Besuch absagen, da das Licht funktioniert.
  10. Stattdessen Arztbesuch planen.

Man sieht: Total einfach!

Das verdrehte Kabel

Warum zur Hölle? Warum sieht mein neues Telefonkabel nach nur einem Monat so aus? Ich habe es beobachtet: Ich telefoniere ganz normal. Nehme den Hörer in die rechte Hand, halte ihn ans rechte Ohr, lege ihn in entgegengesetzter Drehrichtung wie beim Abnehmen wieder auf die Gabel. Und trotzdem ist mein Kabel verdreht.

Ich bin mittlerweile von einer übernatürlichen Lösung überzeugt. Und heute durfte ich dann den Beweis beobachten: Ich habe (wie oben beschrieben) telefoniert, und danach mein Kabel beobachtet. Erst zuckte es nur kurz, dann begann es stärker zu zittern, zog sich langsam zusammen um sich schließlich um die eigene Achse zu drehen? Was ist da los?

Und ich habe Zeugen! Mein Telefonkabel lebt!

Ich werde es weiterhin beobachten und regelmäßig an dieser Stelle berichten. Aber ich komme dem ganzen auf die Schliche. Auch noch nicht aus der Schusslinie der Hauptverdächtigen ist die Mafia. Mein Chef ist schließlich Italiener.

Zwischengeschlechtliche Kommunikation nach Schulz von Thun

Ich rede gerne. Und besonders gerne tu ich dies mit dem weiblichen Geschlecht. Und ein ums andere Mal muss ich dabei feststellen, dass ein gewisser Herr Friedemann Schulz von Thun mit seinem 4-Ohren-Modell ins Schwarze getroffen hat. Der gute Herr mit adeligem Namen unterscheidet grundsätzlich zwischen Sachinhalt, Beziehungsbotschaft, Selbstoffenbarungsbotschaft und – hier wird es dann besonders interessant im Bezug auf die Damen – dem Appell der Nachricht, welcher beim Empfänger ankommt.

Der Klassiker unter den “Missverständnissen” ist hier eindeutig der Diamantring, der schicke Sportflitzer, das Seiden-Negligee oder was auch immer frau sich in den Kopf gesetzt hat, doch unbedingt haben zu müssen. Anstatt diesen Wunsch jedoch konkret zu formulieren, was dem Sachinhalt einer Botschaft entsprechen würde, wird hier von der holden Weiblichkeit auf ein anderes der 4 Ohren gesetzt. Da wird das gewünschte Objekt in den Himmel gelobt und als “das schönste, was ich je gesehen habe” betitelt. Und genau das kommt beim männlichen Gegenüber an. Der Sachinhalt: “Sie findet es schön”. Evtl. noch mit dem selbstoffenbarten Zusatz “Wenn sie noch nie etwas schöneres gesehen hat, scheint sie noch nicht weit rumgekommen zu sein.” Der für die Frau essentielle Teil der Nachricht jedoch wird so wahrscheinlich niemals beim Mann ankommen, nämlich der Appell: “Kauf mir das zum nächsten Geburtstag/Weihnachten/Valentinstag, sonst kriegen wir Ärger.”

Dies mag mit dem nötigen Abstand amüsant klingen, führte aber schon zu manch ernst zu nehmendem Ehekrach und ist spätestens nach den ersten eigenen leidvollen Erfahrungen ein durchaus tief greifendes Problem. Dabei ist der Grund doch recht simpel und liegt in der Natur der Dinge. Der Mann ist erwiesenermaßen ein eher pragmatisch und rational eingestellter Zeitgenosse, während die Damen der Schöpfung mehr auf der Gefühls- und Beziehungsebene einzuordnen sind.

Um noch einmal auf den eingangs erwähnten Sachverhalt zurückzukommen: Ja, ich rede gerne. Und so habe ich mich – selbstlos wie ich bin – an einen Selbsttest gewagt. Nach kurzer Überlegung diesen Selbsttest mit der Einnahme von weiblichen Hormonen zu unterstützen, zog ich es aufgrund nicht unerheblicher Gesundheitsrisiken dann doch vor, mich rein psychisch in die Welt der Weiblichkeit zu begeben. Ich beschloss also, jegliche Nachrichten, welche mir von weiblichen Personen entgegengebracht werden nur noch mit dem Appell-Ohr zu hören.

Meine erste Begegnung mit einer Probandin ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Es war die Bedienung im McDonalds-Restaurant in der Bonner Maximilianstraße. “Möchten Sie noch ein Getränk dazu?” war ihre abschließende Frage und das sah ich natürlich als Appell noch eine Cola kaufen zu müssen. Das Lächeln in Ihrem Gesicht verriet mir, dass ich sie damit glücklich gemacht habe. Hier spielt noch ein anderer Kommunikationstheoretiker eine Rolle in diesem Selbstversuch: Der gute Herr Watzlawik, welcher besagt man könne nicht nicht kommunizieren. Auch diese Theorie war schnell belegt, denn schließlich hatte die unterbezahlte Burgerbraterin mich ja mit ihrem Lächeln eindeutig ankommuniziert und traf sogar – wie von mir geplant – mein Appell-Ohr:

Sie lächelt mich an, also kann sie ja wohl nur den Abend mit mir verbringen wollen. Diesen Appell nahm ich mir also zu Herzen und fragte die junge Dame – entgegen der eigentlich in mir vorherrschenden Schüchternheit und damit ganz im Sinne des Experimentes – ob sie nicht Lust hätte nach Feierabend mit mir eine gemütliche Bar aufzusuchen. Ich war aufgrund ihres Appells der festen Überzeugung, dass dieser Vorschlag ja eigentlich von ihr kam und man ja nur noch Ort und Uhrzeit vereinbaren müsse.

Nunja, scheinbar muss ich wohl noch ein wenig üben, was die genaue Justierung des Appell-Ohres angeht. Anders jedenfalls kann ich mir die laut lachende Mitarbeiter-Meute hinter der Theke des einschlägigen Fast-Food-Restaurants nicht erklären. Und dabei wollte ich doch einfach nur alle Frauen glücklich machen mit meinem Appell-Ohr. Aber Aufgeben kam für mich zu einem solch frühen Zeitpunkt natürlich noch gar nicht in Frage und so beschloss ich das Passierte unter “Anfangsschwierigkeiten” abzuhaken und die Damenwelt weiter mit meiner neuen Weiblichkeit zu beglücken. Ich wollte schließlich der neue Frauenversteher werden.

Und so ließ auch Kandidatin Nummer 2 nicht lange auf sich warten. Beim grundsätzlich überlaufenen Unisex-Friseur wollte ich mir einen neuen Haarschnitt verpassen lassen. Die Haarartistin, welche scheinbar am Vormittag noch Berufsschule hatte, bat mich Platz zu nehmen und tänzelte fröhlich um mich herum, nachdem ich ihr gesagt hatte sie könne mit meinen Haaren anstellen, was sie wolle. Als sie zu schneiden begann, startete sie zeitgleich das Gespräch. Ob ich denn schon im Urlaub gewesen sei dieses Jahr, war ihre erste Frage. Mein Appell-Ohr übersetzte dies dem Gehirn mit “Los, erzähl was von deinem letzten Urlaub!” und ich begann von Ballermann 2011 zu erzählen, der Party-Sause mit sämtlichen Freunden. Ich erzählte von unserer Absteige El Corazon direkt in El Arenal, von den allabendlichen Sauforgien im Oberbayern und davon, wie mein bester Freund eine Nacht in seinem eigenen Erbrochenen am Strand verbracht hat, da der Rest der Gruppe nackt im größten Sangria-Eimer der Welt tanzte und wie die Mischung aus Alkohol und Sonne bei mir lustige Darmreaktionen auslöste und wie sich das dünnflüssige… Dies war der Moment an dem die Friseuse ihr Schneidwerkzeug zur Seite lag und ein komischer muskelbepackter Bombenjackenträger mich aufforderte den Laden zu verlassen. Bis heute frage ich mich, was ich falsch gemacht hatte. Sie wollte doch augenscheinlich von meinem Urlaub hören. Oder etwa nicht?

Trotz des erst zweiten Reinfalls überkamen mich so langsam die ersten Zweifel an dem, was ich tat. Ich versuchte mich aufzuraffen zumindest noch einer Frau mit meiner Maskerade entgegenzutreten und begab mich auf die Suche. An einer dunklen Straßenecke – nur noch wenige Straßenlaternen waren in der Ferne zu sehen – zwischen rot erleuchteten Fenstern und Luxusautos mit vergoldeten Felgen sprach mich eine junge Dame an. “Hallo schöner Mann!” waren ihre Worte. Und auch wenn es wahrscheinlich der erste Appell war, den ich so verstanden hatte wie er gemeint war (“Ja, fick mich, du geiles Stück!”), beschloss ich an dieser Stelle mein Experiment abzubrechen und begab mich, um mich selbst wieder zum Mann zu machen, in die nächste Bar und bestellte ein Bier. Ich mag kein Bier, aber immerhin ist es männlich.

All diese Erfahrungen haben mir gezeigt, dass die Kommunikation zwischen Mann und Frau generell höchst verbesserungswürdig ist, aber diese Verbesserung liegt wohl in dermaßen weiter Ferne und scheint so unerreichbar, dass wir uns begnügen mit der Situation und uns damit abfinden. Schließlich sind es auch gerade diese Konfliktsituationen, die das Leben abwechslungsreich und interessant gestalten und es letztlich so wunderbar lebenswert machen.

Tibidabo

Herzlich Willkommen!

Wie fängt man einen Blog an? Das ist eine gute Frage. Das Design steht, das Rundherum ist ausgeschmückt, nun wartet der Blog auf seine Essenz: Artikel.

Ich habe mich entschlossen einige Worte zu dem Freizeitpark zu schreiben, in welchem mein Titelbild entstanden ist. Der Tibidabo auf Bareclonas gleichnamigem Hausberg. Auch wenn mein Besuch mittlerweile einige Jahre zurückliegt, möchte ich ihn gerne mit der interessierten Leserschaft teilen.

Mein Tag begann in einem guten, aber günstigen Hotel in Barcelona unweit der Ramblas. Ich hatte ausgeschlafen und ich begab mich zur nahe gelegenen U-Bahn-Station um herauszufinden wie ich wohl nach Tibidabo komme. Ich fand, dass eine Station Namens „Av. Tibidabo“ ganz gut klang und nahm die Linie L7 dorthin. Als ich im Norden Barcelonas wieder das Tageslicht erblickte, stand ich auf einem großen Platz mit furchtbar vielen Autos und vor allem Motorrädern. Eine der Hauptattraktionen ist auch in Barcelona der Verkehr an sich. Wenn man halbwegs lärmresistent ist, kann man stundenlang am Straßenrand sitzen und sich das Treiben anschauen. Wo 3 Fahrstreifen auf die Fahrbahn gepinselt sind, fahren mindestens 4 Fahrzeugreihen nebeneinander, wovon in einer dann meist auch ein schön breiter Bus oder LKW fährt und zwischen all diesen vierrädrigen Gefährten tummeln sich mindestens ebenso viele Zweiräder. Und als Fahrer dieser darf man in Barcelona wohl überhaupt keine Skrupel haben. Sehr amüsantes Treiben.

Da ich aber nicht von mir behaupten konnte lärmresistent zu sein und schon genügend unangenehme Begegnungen mit dem Großstadtstraßenverkehr hatte und vor allem da ich ja nach Tibidabo wollte, verzichtete ich auf eine weitere Vorstellung dieser ganz besonderen Aufführung und fragte einen Busfahrer nach dem Weg nach Tibidabo. Er zeigte auf die andere Straßenseite und erzählte dabei noch einen spanischen Roman, den ich natürlich nicht verstanden habe. Aber ich sah dort, wo er hinzeigte eine Schlange von Menschen, wo ich mich dann einfach mal hinten anstellte. Wie sich herausstellte warteten die Menschen (und ich damit auch) auf die so genannte Tramvia Blau. Eine Art historische Straßenbahn, welche ca. einen Kilometer bergauf fährt. In einer Geschwindigkeit, in der man durchaus auch nebenher laufen könnte. Da die Strecke aber richtig (!) steil ist, war ich natürlich zu faul und fuhr mit der Tramvia Blau, welche komischerweise rot ist. Auf der Strecke nach oben kam uns der zweite Wagen der Bahn entgegen. Immerhin der ist blau.

Oben angekommen freute ich mich auf den Freizeitpark und stürmte aus der Bahn. Aber auch hier wurde ich enttäuscht, denn wenngleich ich mich laut einem Schild bereits über 300 Meter über N.N. befand, alles, was von Tibidabo zu sehen war, war die Talstation einer weiteren Bahn. Diesmal eine Mischung aus Zahnradbahn und CableCars. Also auch hier noch mal angestellt und weitere geschätzte 200 Höhenmeter nach oben zurückgelegt um endlich am Ziel anzukommen: Tibidabo! Was diesen kleinen und durchaus netten Park so einzigartig macht ist ohne Frage seine Lage. Betritt man das Areal, so erahnt man bereits welch tolle Aussicht sich von diversen Attraktionen bietet. Ganz besonders zu erwähnen sei hier das Riesenrad und der Darkride mit Außenteil.

Das Riesenrad steht am Rande des Abgrunds auf der obersten Ebene und dreht sich so verdammt schnell, dass die Gondeln ordentlich ins Schaukeln geraten. Gar nicht so unthrillig, da mir Riesenräder ohnehin zuweilen suspekt sind und die Schaukelei über den Dächern von Barcelona auch nicht zu meinem subjektivem Sicherheitsempfinden beitrug. Heldenhaft habe ich aber schließlich diese Fahrt überlebt. Der Darkride liegt ganz in der Nähe des Riesenrades und wartet mit tollen Indoor-Passagen auf. Ganz besonders zu erwähnen ist hier natürlich aber die Fahrt im Außenbereich. Die Fahrt in fliegenden Teppichen gepaart mit der immer noch unbeschreiblichen Aussicht auf Katalonien und das Mittelmeer, rockt einfach ganz gewaltig. Man mag mir die Wortwahl verzeihen, aber beim besten Willen bin ich nicht fähig eine andere Formulierung zu finden. Mein Tipp: Hinfahren, Ausprobieren!

Die im Titelbild zu sehende Achterbahn spielt natürlich auch wunderbar mit der Lage. Allerdings hat man sich vor Kurzem dazu entschlossen diese abzureißen. Was soll’s, ich bin sie gefahren. Ich habe es erlebt. Und es war großartig. Interessant, wie aus einer harmlosen Kirmes-Achterbahn allein durch ihre Lage ein ganz besonderes Erlebnis wird.

Insgesamt kann ich Tibidabo nur empfehlen. Allein die Anreise ist abenteuerlich. Es gibt wohl auch die Möglichkeit mit einer Seilbahn von hinten an den gesamten Komplex heranzukommen. Da ich diesen aber nicht gewählt habe, kann ich hierzu nur wenig sagen. Aber es gibt ja Mittel und Wege.